Nittel

Wappen

Von den drei Ortsteilen Nittel, Köllig und Rehlingen besitzt nur Nittel ein Wappen. Dieses wurde beim Zusammenschluss der ehemals eigenständigen Gemeinden auch als Wappen der neuen Ortsgemeinde Nittel übernommen.

Das Wappen der Gemeinde Nittel zeigt in rotem Schildhaupt ein liegendes Schwert, im Schild in Silber einen grünen Berg, belegt mit einem silbernen Wellenbalken. In der Geschichte des Ortes Nittel spielt der Weinbau eine wichtige Rolle. Bei der Bildung des Wappens sollte dies durch ein entsprechendes Symbol Berücksichtigung finden. Man verzichtete bewusst darauf eine Traube aufzunehmen, da dieses Symbol bereits von vielen anderen weinbautreibenden Gemeinden geführt wurde.

So wurde die unmittelbare Beziehung zum Weinbau durch ein anderes Symbol, den „Nitteler Gipfel“ als größte und bekannteste Weinlage des Ortes in das Schild des Wappens aufgenommen. Das im Schildhaupt dargestellte Schwert nimmt Bezug auf den heiligen Martinus, den Schutzpatron der Nitteler Kirche. Nittel ohne die Mosel ist unvorstellbar, so wurde auch die Mosel mit einem Wellenband in das Wappen integriert. Als unsere Heimat im 19. Jahrhundert unter preußischer Regierung stand, führten die Gemeinden allgemein den königlich-preußischen Adler als Siegel.

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Auf Initiative des Bürgermeisters des Amtes Saarburg griffen in dem Zeitraum von 1950 bis 1960 zahlreiche Gemeinden den Gedanken zur Schaffung eines eigenen Wappens auf. Auch in Nittel sah man die Notwendigkeit zur Schaffung eines eigenen Wappens. Mit Schreiben vom 19.03.1953 wurde das Nitteler Wappen mit den beschriebenen Symbolen und Farben vom Ministerium genehmigt.

Auf der offiziellen Flagge wird das Wappen vor einem zweigeteilten weiß-grünen Hintergrund dargestellt.

Ortsname Nittel

Es gab schon vielerlei Untersuchen über die Entstehung der Ortsnamen. Max Müller war ein renommierter Forscher der sich mit den Ortsnamen unserer Region beschäftigt hat. In den Jahresberichten der Gesellschaft für nützliche Forschungen in Trier im Jahr 1906 führte er seine Erkenntnisse in Bezug auf den Ortsnamen Nittel aus.

Nidil“ sieht er als eine Bezeichnung für die milchige Farbe des Baches. Das Wasser des Baches führte damals vermutlich mehr gelösten Kalk mit sich als heute und hatte daher eine milchige Farbe angenommen.

aha“ bedeutet im mittelhochdeutschen wie im oberdeutschen soviel wie Wasser oder Bach. Diese Namen gehören zu den ältesten Namen, deren Entstehung bis in die keltische oder vorkeltische Zeit zurück reicht. Diese These in Bezug auf den Ortsnamen Nittel wurde auch von anderen Untersuchungen gestützt. ,Ausgehend von der Grundform „nidil-aha“ würde Nittel, ganz frei übersetzt und gedeutet, also „Ort am weißen Wasser oder Bach“ bedeuten

Nittel wurde erstmals urkundlich im Jahr 1000 erwähnt. Erzbischof Ludolf von Trier bestätigte in dieser Urkunde eine Prekarie, zum Nießbrauch verliehenes Kirchenland u.a. in „Nitele“.Die erste urkundliche Erwähnung ist auch in Nittel nicht mit dem Beginn der Besiedlung dieses Bereiches identisch.

Viele Bodenfunde beweisen, dass schon in der Steinzeit Menschen hier lebten. Sie haben viele Relikte, wie z.B. Steinbeile, Steinschaber, Pfeilspitzen, hinterlassen die auch in der heutigen Zeit an manchen Stellen gefunden werden können. In den nachfolgenden Epochen kann von einer kontinuierlichen Besiedlung des Bereiches von Nittel ausgegangen werden. Dies belegen zahlreiche Bodenfunde die im Laufe der Zeit in diesem Siedlungsbereich gemacht wurden.

Der Ortsname „Nittel“ hat seinen Ursprung wohl in der keltischen Zeit, also schon bevor die Römer unter ihrem Feldherrn Julius Cäsar in den Jahren 59 bis 51 v.Chr. die linksrheinischen Gebiete erkämpften und besetzten. Zahlreiche Funde, wie z.B. Gräber, Münzen und Keramik, aus der römischen Zeit zeigen, dass mehrere Stellen des heutigen Ortes damals schon besiedelt waren.

Im 5. Jahrhundert mussten die Römer den fränkischen Eroberern die linksrheinischen Gebiete überlassen. Die Franken fanden an der Obermosel ideale Siedlungsbedingungen vor. Acker- und Weideland waren ebenso wie Wasser ausreichend vorhanden. So entstanden in dieser Zeit mindestens 4 nachgewiesene fränkische Siedlungsstellen im Bereich des heutigen Ortes Nittel. Zahlreiche Funde belegen dieses.

In den folgenden Jahrhunderten war Nittel einem oftmaligen Wechsel der herrschaftlichen Verhältnisse unterworfen, die auch zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen mit sich brachten.

Ein besonders vernichtender Krieg war der 30-jährige Krieg von 1618-1648. Er brachte auch über die Menschen an der Obermosel viel Leid und Elend. Nachdem die Menschen an der Obermosel etwa bis zu dem Jahre 1630 von dem schlimmsten Auswirkungen dieses Krieges verschont geblieben waren, brach dann auch über unsere Heimat die ganze Härte dieses brutalen Krieges herein. Die Soldaten verschiedener Nationalitäten zogen mordend und brandschatzend durch das Land, sie folterten oder töteten die Menschen und brannten oftmals die Gehöfte oder ganze Dörfer nieder. Auch die Nitteler blieben von diesen Kriegsauswirkungen nicht verschont. Der Beamte der nach der Beendigung des Krieges die lothringischen Steuern einziehen sollte, berichtete: “Nittel kann nichts geben!”

Über mehrere Jahrhunderte gehörten Nittel, Köllig und Teile von Rehlingen zum Herzogtum Lothringen.Nach dem Tode des lothringischen Herzoges Stanislas Leszczynski fiel Lothringen im Jahre 1766 vertragsgemäß an Frankreich, damit dann auch der lothringische Teil von Rehlingen.

Im Jahre 1769 trat der französische König Ludwig XV. seine Rechte auf Nittel, Köllig die Anteile von Rehlingen an die österreichische Kaiserin Maria Theresia ab. Damit gehörten Nittel, Köllig und Teile von Rehlingen ab diesem Zeitpunkt gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Ort Machtum, zur Propstei Grevenmacher, in den Österreichischen Niederlanden.

Im weiteren Verlaufe der Geschichte verliefen die Herrschaftsverhältnisse in Nittel, Köllig und Rehlingen weitgehend in parallelen Linien. Zunächst wurden sie nach Napoleons Eroberungskriegen dem französischen Reich einverleibt und gehörten nach der Neueinteilung der Verwaltungsbereiche zum Wälderdepartement, dem Departement de forets. Nach dem Wiener Kongress wurde die Mosel in ihrem Verlauf nicht nur als eine natürliche, sondern erstmals auch als eine politische Grenze angesehen. Nittel, Köllig und Rehlingen wurden zum 01.05.1816 dem Königreich Preußen unterstellt und dem Kreis Saarburg angegliedert.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts folgten viele Menschen, darunter mehr als 100 Personen aus Nittel, dem damaligen Zeitgeist zum Aufbruch in die „Neue Welt“ nach Amerika. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland und besonders auch an der Obermosel waren nach den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen katastrophal. So entschlossen sich viele Menschen zu dem großen Schritt ihre Heimat zu verlassen, um zwar in eine ungewisse, aber hoffentlich bessere Situation zu gelangen.

Nach dem II. Weltkrieg gehörten Nittel, Köllig und Rehlingen zum Kreis Saarburg und wurden am 18.07.1946 zunächst dem Saargebiet angegliedert. Im Jahre 1949 wurde der Kreis Saarburg dem Land Rheinland-Pfalz unterstellt.

Im Zuge einer Kommunalreform wurde im Jahre 1970 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Nittel, Köllig und Rehlingen die Ortsgemeinde Nittel gebildet.