Pfarrkirche St. Martin

Als erste frühchristliche Zeugnisse in Nittel gelten drei Steine mit Kreuzritzungen, die in den Frankengräbern am Geisberg gefunden wurden. Die Kirche in Nittel wurde erstmals im Jahre 1030 in einer Urkunde des Erzbischofs Popo erwähnt. Vermutlich wurde die erste Kirche in Nittel aber schon im 7. oder 8. Jahrhundert errichtet. In einer Visitation des Jahre 1755 wurde festgestellt, dass die Kirche teilweise baufällig und viel zu klein für die Pfarrei war. Deshalb ordnete Weihbischof Hontheim am 18.08.1755 unter der Androhung eines Interdiktes (Gottesdienstsperre) an, mit dem Bau eines größeren Gotteshauses zu beginnen. Der Neubau wurde in den folgenden Jahren errichtet. Dabei wurde der Kirchturm, der teilweise noch erhalten blieb, bis auf seine Westseite ganz von dem neuen Kirchenschiff umschlossen. Noch heute zeugt die in den obersten Stein des Rundbogens des Eingangsportales eingemeißelte Jahresangabe „1758″ vom Neubau der Kirche.

Das Pfarrhaus befand sich in der damaligen Zeit ebenfalls in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb wurde im Jahre 1775 mit dem Bau eines neuen Pfarrhauses, im Pfarrgarten unterhalb der Kirche, begonnen. Der 22. Mai 1898 war ein denkwürdiger Tag für die Christen in Nittel. An diesem Tage weilten drei Bischöfe in Nittel. Bischof Dr. Korum aus Trier firmte die Kinder der Pfarrei, nachmittags kam Bischof Kappes aus Luxemburg ebenfalls nach Nittel. Außerdem weilte zu dieser Zeit der Bischof Johann Peter Hurth, ein gebürtiger Nitteler, in seinem Heimatort.

Der Altarraum der Kirche vor dem Umbau 1934/35 (Foto: Unbekannt)

Eine weitere bauliche Veränderung erfuhr die Kirche im Jahre 1930, als eine Empore eingebaut wurde. Man durchbrach die Ostseite des zweiten Geschosses des Glockenturmes und zog eine weit in den Kirchenraum hineinragende, auf dorischen Säulen ruhende Empore ein. Die Kirche war trotzdem noch zu klein, um alle Gläubigen aufzunehmen. Deshalb wurde am 30. September 1934 der Grundstein zur Erweiterung des Gotteshauses gelegt. Die Kirche wurde nach Osten hin erweitert. Die Einweihung der erweiterten Pfarrkirche wurde am 28. Mai 1935 feierlich begangen.

In den Jahren nach dem II. Weltkrieg konnte die Kirche mit einem Drei-Ton-Geläute ausgestattet werden. Die schwerste Glocke wiegt etwa 17,5 Zentner und wurde dem Schutzpatron der Kirche, dem heiligen Martinus geweiht. Die zweite Glocke ist ein „Umguss“ der Marienglocke aus dem Jahre 1923. Die dritte Glocke ist dem heiligen Aloysius geweiht. Außerdem konnte schon einige Jahr später eine neue Orgel in der Kirche installiert werden.

Kirche St. Martin (Foto: H.-J. Wietor 2016)